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Lothar Hirneise

Nichts als die Wahrheit

Wenn man einmal einen bestimmten Bekanntheitsgrad errreicht hat, kommt man eines Tages an den Punkt, dass man im Internet mehr Unwahrheiten und Gerüchte über sich selbst lesen kann als die Realität auch nur annähernd hergibt. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass die Wahrheit oftmals nicht spannend genug ist um Menschen genügend zu fesseln. Ich bin hier auch keine Ausnahme und obwohl ich mein Leben bisher für extrem spannend halte, so taugt es doch relativ wenig für Sensationshungrige und deshalb erfinden irgendwelche Phantasten permanent Geschichten über mich.

In den letzten Jahren hatte ich angeblich 2 Herzinfarkte, war Boxpromoter und wurde ganz nebenbei zum Chef der Scientology Kirche Deutschland ernannt. Dem Anschein nach habe ich auch für die Krankenkassenverbände gearbeitet um Krebskranke von teuren Chemotherapien abzuhalten (das ist übrigens mein Lieblingsgerücht) und war zuvor jahrelang Patient in einer Psychiatrie bzw. schreibe Bücher unter den verschiedensten Pseudonymen. Angeblich bin auch ein Freund der Germanischen Neuen Medizin und soll Antisemitisten wie Dr. Hamer unterstützen.

Doch nichts von dem ist wahr und ich distanziere mich absolut von solchen Aussagen oder Antisemitisten wie Dr. Hamer. Im Gegensatz zu all den anonymen Möchtegernen verstecke ich mich nicht hinter anonymen Seiten, sondern stelle mich bewusst dem Leben und bin auch gerne bereit, meine Ansichten über Krebs zu ändern, falls dies notwendig sein sollte. Manchmal frage ich mich schon, wie langweilig muss das Leben derer sein, die nichts besseres zu tun haben als Gerüchte über Menschen in die Welt zusetzen, die sie nicht mal annähernd kennen. Andererseits macht dies die Bildzeitung jeden Tag und wurde so zur meistverkauften Zeitung Deutschlands. Ich nehme die Welt so wie sie ist und es ist nun mal so, dass wenn man Dinge anders macht als dies die Masse für richtig findet, gibt es leider dank dem Internet heutzutage für einfach gestrickte Menschen die Möglichkeit das altbekannte Zwergenspiel zu spielen (andere klein zu machen, damit man selbst etwas größer erscheinen). Ich kann nur sagen, ich freue mich über jede auch noch so negative Beschreibung meiner Person, denn nur Menschen die den Ball in der Hand haben werden auch attackiert und der alte Spruch aus Hollywood gilt auch heute noch: "Lieber schlechte Publicity als keine". Insofern freue ich mich auch zukünftig darüber, dass geistig Verwirrte die sich als "Esoterik-Watcher" aufspielen oder neue Transgalaxien erfinden, Lügen über mich verbreiten.

Ich werde jetzt mit der deutlich langweiligeren, aber dafür wahren, Kurzvita von mir fortfahren und warum auch immer Sie sich für mein Leben interessieren, hier ist es kurz und knapp:



Ab meinem 6. Lebensjahr habe ich mich für viele Jahre morgens und mittags mit Freunden getroffen um über Mädchen zu diskutieren, Handball bzw. Fußball zu spielen und Kung Fu zu trainieren. Dabei wurden wir oftmals vor allem vormittags von einer Spezies namens Lehrer gestört, die versuchten uns verdammt viel Unnützes beizubringen. Doch ich ließ mich schon damals nur bedingt davon von den wirklich wichtigen Sachen im Leben abbringen. Nach 10 Jahren brach ich den Kontakt zu dieser Spezies ab und nahm ihn später nur noch verzweifelt im Interesse meiner Söhne im Gymnasium auf.

Ach ja, Sie wollen bestimmt wissen, ob ich auch was „Richtiges“ gelernt habe. Um meine Mutter zu befriedigen, habe ich neben meinem über 15-jährigen Kung Fu Training auch noch 3 Jahre eine Ausbildung zum examinierten Krankenpfleger gemacht und 4 Jahre lang Transaktionsanalyse (Psychoanalyse) gelernt. Rückblickend muss ich jedoch sagen, das vor allem mein Dasein als Ehemann, Vater und später als Unternehmer mir sicherlich mehr gelehrt haben als all die offiziellen Erziehungen. „Richtig“ gearbeitet als Angestellter habe ich übrigens auch, und zwar viele Jahre im Psychiatrischen Landeskrankenhaus Winnenden und später noch ein paar Jahre in der Psychoanalytischen Modellklinik Sonnenberg in Stuttgart. Mein Mentor dort war übrigens der bekannte Analytiker Theodor Seifert. Dankbar bin ich dieser Zeit schon, denn ich habe in über 10-jähriger Arbeitszeit alle Abgründe der menschlichen Seele sehen können und daher kann ich heute das auf den ersten Blick verrückte Verhalten vieler Menschen viel besser verstehen.

1990 spürte ich, dass es Zeit ist mit all meiner Energie etwas anderes zu machen und gründete die Kampfsportfirma Hayashi Deutschland und später die Firma Budoland, die heute zu den größten ihrer Art auf diesem Globus gehört. 1996 verkaufte ich meine Firmen, stieg aus der Sportszene aus und wollte mich eigentlich „etwas länger“ ausruhen, nachdem ich mich die Jahre zuvor viel zu wenig um meine Familie gekümmert hatte. Dann geschah, dass ein Freund von mir ein Krebsrezidiv hatte und 1997 an seinem Krebsleiden starb. Auf der Suche nach Hilfe lernte ich Lynne McTaggart kennen, die englische Autorin von „Was Ärzte Ihnen nicht erzählen“, und Frank Wiewel, Präsident und Begründer von People against Cancer (Menschen gegen Krebs) in den USA. Vor allem inspiriert vom diesem großartigen Advokaten von Krebskranken gründete ich dann mit Freunden 1997 Menschen gegen Krebs e.V. in Deutschland (www.krebstherapien.de).

Danach kam eine Dynamik zum Tragen, mit der ich niemals gerechnet hatte. Ich war total infiziert von dem Virus namens Holistischer Onkologie. Seit weit über einem Jahrzehnt reise ich inzwischen auf der ganzen Welt herum, um einerseits zu lernen, wie man in anderen Ländern Krebs therapiert, und andererseits bin ich inzwischen selbst zum Advokaten geworden, der Menschen darüber aufklärt, dass es mehr gibt als Chemotherapie, Bestrahlung und Operation. Und auch heute noch begeistert mich das Thema Krebs und hier vor allem die vielen enthusiastischen Menschen auf der ganzen Welt, die genauso wie ich versuchen heraus zu finden was Krebs ist und wie man ihn am besten therapiert. Meine persönlichen Kenntnisse habe ich übrigens inzwischen in der Kausanetik zusammengefasst.

Als Vorstand von Menschen gegen Krebs habe ich mit meiner Frau und Freunden einen Verein aufgebaut mit inzwischen fast 2.000 Mitgliedern. In 10 Jahren habe ich weit über 10.000 Gespräche mit meist aufgegebenen Patienten geführt und dabei ein Wissen erworben, dass nicht viele Menschen ihr Eigen nennen dürfen. Zusätzlich habe ich über 3 Jahre als Forschungsdirektor der National Foundation for Alternative Medicine in Washington D.C. fungiert und besuchte in dieser Eigenschaft sehr viele Ärzte und Forscher in den unterschiedlichsten Ländern. Ganz nebenbei habe ich auch noch „den“ Bestseller der ganzheitlichen Krebstherapien in Deutschland geschrieben, nämlich: Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe. 2001 veranstalteten wir den ersten Alternativen Krebstag in München und 2010 hatten wir schon den 10. Alternativen Krebstag in Stuttgart gefeiert. 2003 begann ich außerdem damit Menschen zu dem neuen Berufsbild Ganzheitlicher Krebsberater auszubilden und derzeit gibt es ca. 40 aktive Krebsberatungsstellen in 8 Ländern Europas.

Gemeinsam mit meiner Frau und meinen besten Freunden Sabine und Klaus Pertl haben wir dann das bisher größte Projekt meines Lebens auf die Beine gestellt: das 3E-Zentrum in Buoch (www.3e-zentrum.de). Ein Zentrum in dem all das gesammelte Wissen der letzten Jahre umgesetzt wird. Doch dies war erst der Anfang. Aus Menschen gegen Krebs wurde 2009 Krebs21 e.V. und ich werde mich zukünftig vor allem darum kümmern, dass immer mehr Menschen weltweit erfahren, dass Tumore Symptome sind. Eines Tages werden dies auch Politiker und Krankenkassen verstehen und es wird nur noch ein kurzer Weg sein zu den ersten großen Krankenhäusern die Krebs wirklich ganzheitlich behandeln. Die Onkologie hat nur dann eine Zukunft, wenn wir Krebs als eine Erkrankung anerkennen, bei der in der Therapie Körper, Geist und Seele wirklich berücksichtigt werden. Eine Zukunft ohne Angst vor Krebs ist für mich schon lange Zeit keine Utopie mehr.

Ach ja, wenn Sie zukünftig mal wieder im Internet lesen, dass ich jetzt Oshos Nachfolger in Indien geworden bin, Giftschlangen in Tansania züchte und mich politisch oder religiös als was auch immer betätigen würde, dann dürfen Sie sicher sein, dass hier mal wieder irgend ein Mensch seiner irdischen Depression entfliehen möchte und dies in Form von journalistischem Unsinn tut. Denn ich habe nichts von dem vor und neben der Onkologie gibt es für mich derzeit nur ein wirklich interessantes Ziel - und das ist eines Tages 2000 ELO im Schachspiel zu erreichen.